Schachmatt: Saatchi Gallery zeigt Künstlerschachspiele

Schachmatt: Saatchi Gallery zeigt Künstlerschachspiele
Yayoi Kusama: "Pumpkin Chess", 2003
(Courtesy RS&A)

Schach und Kunst, das war schon immer ein ganz besonderes Verhältnis. Marcel Duchamp war süchtig danach und dafür bekannt, die meiste Zeit seiner Flitterwochen 1927 mit dem Studium von Schachproblemen zugebracht zu haben (die Ehe hielt nicht). 1944 organisierte er mit seinem Freund Man Ray, ebenfalls ein großer Schachfreund, „The Imagery of Chess“ in der New Yorker Julien Levy Gallery. Dort führten sie Figuren ein, die nach Alexander Calder und Max Ernst modelliert waren. Yoko Ono schuf 1966 ein vollkommen weißes „pazifistisches“ Schachset; Salvador Dalí benutzte Gold- und Silberabgüsse seiner eigenen Finger als Spielfiguren für sein surrealistisches Schachspiel.

 

Die Kunstorganisation RS&A hat diese reiche Historie wieder aufgegriffen und 2001 Maurizio Cattelan, die Chapman Brothers, Damien Hirst, Yayoi Kusama und Paul McCarthy aufgefordert, ihre eigenen Versionen des Spiels zu produzieren. Die Kunstwerke, die darauf entstanden und die 2003 erstmals gezeigt wurden, passen ziemlich genau zu den jeweils charakteristischen Stilen der Künstler. Kusama nahm ein Kürbisdesign aus dem 18. Jahrhundert und verzierte es mit ihren typischen „Polka Dots“, McCarthy konstruierte seine Spielfiguren aus Küchenkleinteilen und Cattelan führt eine Schlacht zwischen Gut und Böse auf, bei der der weiße König Martin Luther King und der schwarze König Adolf Hitler darstellt.

In den letzten zehn Jahren ist die Sammlung in Größe und Anspruch gewachsen. Jetzt umfasst sie 16 Schachsets von Stars der zeitgenössischen Szene wie Tracey Emin, Tom Friedman, Barbara Kruger, Alastair Mackie, Tim Noble und Sue Webster, Matthew Ronay, Tunga, Gavin Turk, Rachel Whiteread und Oliver Clegg. Die Ausstellung in der Saatchi Gallery in London ist gerade angelaufen.

Für eine Auswahl von Künstlerschachsets klicken Sie auf die Bilderstrecke.

Saatchi Gallery und das RS&A präsentieren in Zusammenarbeit mit HUGO BOSS “The Art of Chess” vom 8. September bis zum 3. Oktober 2012
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