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Deutschland
2013 Mai 25 LETZTES UPDATE: 9:04:PM EDT

Zentralrat der Juden in Deutschland protestiert gegen Verleihung des Adorno-Preises an Judith Butler

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Zentralrat der Juden in Deutschland protestiert gegen Verleihung des Adorno-Preises an Judith Butler

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Judith Butler
Judith Butler bei einem Vortrag an der Universität Hamburg, 2007
von Ines Meier, ARTINFO Deutschland
Veröffentlicht am: 29 August 2012

Der Zentralrat der Juden in Deutschland protestiert gegen die Verleihung des Theodor-W.-Adorno-Preises an Judith Butler. Wie Generalsekretär Stephan J. Kramer vorgestern in Berlin erklärte, sei es empörend, dass mit Butler ausgerechnet jemand geehrt werde, der zum Boykott gegen Israel aufrufe, sowie Hamas und Hizbollah als legitime soziale Bewegungen bezeichne.

Judith Butler lehrt an der University of California in Berkeley und ist Unterstützerin der gegen die Besetzung der palästinensischen Gebiete durch Israel protestierenden Boykottbewegung. In einer Diskussionsrunde zum Krieg zwischen Israel und Libanon in Berkeley hatte sie gesagt, es sei „außerordentlich wichtig, Hamas und Hizbollah als soziale Bewegungen zu begreifen, die progressiv und links, die Teil einer globalen Linken sind“. In einem vor zwei Jahren veröffentlichten Interview mit Jungle World erklärte Butler, diese Aussage sei „schrecklich“ missverstanden und dazu benutzt worden, sie zu diskreditieren. „Wenn ich wirklich ‚pro-Hamas’ wäre, wäre ich als Gesellschaftskritikerin nicht mehr glaubhaft.“ Sie habe keine der genannten Bewegungen jemals unterstützt und ihr soziales Engagement gegen Gewalt mache es ihr unmöglich, das zu tun, so Butler weiter. Sie habe aber sehr wohl eine Meinung dazu, „wie diese Bewegungen beschrieben und analysiert werden sollten“.

 

„Eine bekennende Israel-Hasserin mit einem Preis auszuzeichnen, der nach dem großen, von den Nazis als ‚Halbjude’ in die Emigration gezwungenen Philosophen benannt wurde, kann nicht als bloßer Fehlgriff gelten“, so kritisierte Kramer. „Nur ein Kuratorium, dem die für seine Aufgabe erforderliche moralische Festigkeit fehlt, konnte Butlers Beitrag zur Philosophie formvollendet von ihrer moralischen Verderbtheit trennen.“

Im Interview mit Jungle World erklärte Butler, sie sei Teil einer wachsenden Gruppe der jüdischen Linken, „die den illegitimen Einsatz staatlicher Gewalt durch Israel kritisiert und darauf insistiert, dass Israel nicht alle Juden und Jüdinnen und auch nicht alle jüdischen Werte repräsentiert“. Kritik an Israel habe nichts mit Selbsthass zu tun, sondern sei vielmehr ein Weg, „jüdische Werte wie Gerechtigkeit, ein friedliches Zusammenleben und soziale Gleichheit zu bewahren“.

Judith Butler soll den Theodor-W.-Adorno-Preis am 11. September in der Frankfurter Paulskirche entgegennehmen. Der Preis, der alle drei Jahre von der Stadt Frankfurt als Förderung und Anerkennung hervorragender Leistungen in den Bereichen Philosophie, Musik, Theater und Film vergeben wird, ist mit 50.000 Euro dotiert. Das diesjährige Kuratorium, dem unter anderen die Schriftstellerin Marlene Streeruwitz und der Philosoph Rainer Forst angehören, hatte Butler als „eine der maßgeblichen Denkerinnen unserer Zeit“ gewürdigt. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderen Norbert Elias, Jürgen Habermas, György Ligeti und Alexander Kluge.

Am 15. September um 19.30 Uhr wird Judith Butler im Jüdischen Museum Berlin mit Micha Brumlik zum Thema „Gehört der Zionismus zum Judentum?“ diskutieren.

Mehr Informationen zu der vom Jüdischen Museum Berlin und dem ICI Kulturlabor Berlin präsentierten Diskussion "Judith Butler und Micha Brumlik: Gehört der Zionismus zum Judentum?" auf der Website.

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Museen, Darstellende Kunst, Gesellschaft, Ines Meier, Judith Butler, Theodor W. Adorno Preis, Paulskirche Frankfurt, Zentralrat der Juden in Deutschland, Marlene Streeruwitz, Rainer Forst, Norbert Elias, Jürgen Habermas, György Ligeti, Alexander Kluge
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