Nach dem Eklat um Kiefer-Ausstellung in der Bundeskunsthalle: Intendant Robert Fleck geht 2013
Nach dem Eklat um Kiefer-Ausstellung in der Bundeskunsthalle: Intendant Robert Fleck geht 2013
Wie Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) am Montag gegenüber der dpa erklärt hat, wird der Vertrag von Robert Fleck, Intendant der Bundeskunsthalle in Bonn, 2013 nicht verlängert. Die Entscheidung sei in gegenseitigem Einvernehmen getroffen worden, erklärte Neumann weiter.
Fleck hatte in den vergangenen Wochen mit seiner Ausstellung von Anselm Kiefer anlässlich des 20. Jubiläums der Bundeskunsthalle für Negativschlagzeilen gesorgt. Wie ARTINFO Deutschland berichtete, ist die Ausstellung ausschließlich mit Werken aus der Privatsammlung von Hans Grothe bestückt und wurde von Walter Smerling kuratiert. Grothe hatte 2001 seine dem benachbarten Kunstmuseum Bonn überlassenen Werke prominenter Künstler wieder abgezogen und gewinnbringend verkauft. Brüskiert hatte er damit sowohl das Kunstmuseum als auch die Künstler, darunter Andreas Gursky, Thomas Struth und Thomas Ruff: Grothe hatte die Werke wegen seines Versprechens, sie als Dauerleihgabe dem Kunstmuseum zur Verfügung zu stellen, zu Vorzugspreisen von den Künstlern erstanden. Für Proteste sorgte damals auch, dass er die Werke vor dem Verkauf dem Martin-Gropius-Bau in Berlin für eine Ausstellung zur Verfügung stellte – kuratiert von Walter Smerling, der nun auch in Bonn wieder dabei ist.
Empörte Kritik an der Ausstellung und an Flecks Vorgehen hatte insbesondere der Leiter der benachbarten Kunsthalle, Stephan Berg, geäußert. Auf Flecks Bekundungen, einvernehmlich mit ihm gehandelt zu haben, bezichtigte Berg den Bundeskunsthallen-Intendanten der Lüge. Harsche Kritik gab es daraufhin auch von der nordrhein-westfälischen Kulturministerin Ute Schäfer (SPD), die gegenüber der dpa erklärte: „Hier hat jemand mit einer Tradition Ausstellungen zu machen, zu kuratieren und zu begleiten, gebrochen.“
Fleck hatte die Leitung der Bundeskunsthalle 2009 übernommen, nachdem sein Vorgänger Jürgen Wenzel Jacob aufgrund einer Rüge des Bundesrechnungshofs wegen Misswirtschaft zunächst freigestellt und dann entlassen worden war. Christoph Vitali hatte das Amt in dieser Zeit zur Überbrückung besetzt. Fleck wechselte damals von den Hamburger Deichtorhallen nach Bonn. Bernd Neumann hatte ihn seinerzeit mit offenen Armen in seiner neuen Stelle begrüßt: „Ich bin zuversichtlich, dass [die Bundeskunsthalle] mit Robert Fleck als exzellentem Ausstellungsmacher von internationalem Ansehen wieder an frühere Erfolge anknüpfen kann“, hatte der Kulturstaatsminister vor drei Jahren noch laut ddp erklärt.
Inzwischen gibt sich Neumann wesentlich wortkarger. Ein Sprecher erklärte auf Nachfrage von ARTINFO Deutschland gestern, es gebe zu der Personalie Fleck keine Kommentare: „Alles, was wir sagen wollten haben wir gestern erklärt.“
Fleck selbst sagte in einem Interview, er habe sich seinerseits bereits im April entschieden, den Vertrag nicht zu verlängern, um wieder mehr „kunsttheoretisch“ arbeiten zu können, Fleck lehrt seit kurzem an der Kunstakademie in Düsseldorf.
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