Geschmacklos: Auktionshaus kündigt Verkauf von Whitney-Houston-Memorabilien an

Geschmacklos: Auktionshaus kündigt Verkauf von Whitney-Houston-Memorabilien an
Whitney Houston in „Bodyguard”
(© 1992 - Warner Bros. All rights reserved.)

Kurz nach Whitney Houstons plötzlichem Tod am 11. Februar 2012 stellen pietätlose Opportunisten erneut ihre Skrupellosigkeit unter Beweis. Gleichwohl die Poplegende erst letzten Sonntag beerdigt wurde, fand Prominenten-Auktionär Darren Julien keinen geeigneteren Termin dafür, unverschämterweise anzukündigen, dass von Houston getragene Objekte am 31. März und 1. April im Rahmen einer Auktion versteigert werden.

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Julien erklärte, ein schwarzes Samtkleid (Wert ca. 1000 US-Dollar) aus Houstons Besitz, ein paar falsche Perlenohrringe (aufgeführt mit einem Preis von 600 Dollar) und eine Satinweste (400 Dollar), welche die Sängerin im Film „Bodyguard“ getragen hatte, sowie andere Objekte seien nach ihrem unerwarteten Tod auf dem Markt aufgetaucht. Nach allgemeiner Einschätzung werden die Artikel wohl einen weit höheren Preis erzielen. Im Rahmen der langfristig geplanten Verkaufsveranstaltung für Star-Memorabilien „Hollywood Legends“ sollen auch Charlie Chaplins Gehstock, Clark Gables Jacke aus „Vom Winde verweht“ und Charlton Hestons Stab aus dem Film „Die zehn Gebote“ unter den Hammer kommen.

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„Es wäre eine Huldigung ihres Lebens, ihre Schätze zu verstecken, aus Angst jemanden zu verletzen. Aber ihr Leben muss gefeiert werden.“ so Julien gegenüber Associated Press. „Nun, da sie gestorben ist, sind diese Dinge historisch geworden, sind ein Teil der Geschichte. Sie müssten in Museen ausgestellt werden. Sie hat ein Leben geführt, das wie ihre Karriere absolut einzigartig war.“

Es geht nicht darum, die Dinge, die einmal Houston gehört haben, zu verstecken, um niemanden zu verletzten. Aus Respekt vor der Verstorbenen sowie ihren Angehörigen sollte eine Wartezeit eingeräumt werden, bevor versucht wird, Kapital aus dem Tod der Sängerin zu schlagen. Zufälligerweise war dem Unternehmen Julien‘s Auctions im Jahr 2009 ein ähnliches Glück beschieden, als ein Auktionsverkauf von Michael-Jackson-Ephemera geplant war, der weniger als 24  Stunden nach seinem Tod am 25. Juni 2009 stattfinden sollte. Doch im Unterschied zu Whitney Houstons Fall war der Verkauf der Jackson-Objekte bereits vor seinem überraschenden Tod geplant worden. Elizabeth Taylors Besitztümer standen bei Christie’s dagegen erst neun Monate nach ihrem Tod zum Verkauf.

Julien’s Auction ist nicht das einzige Unternehmen, das in den letzten zehn Tagen für Furore sorgte. Sony Music UK hat wenige Stunden nach Bekanntwerden ihres Todes den Preis von Houstons Alben auf der Internetplattform iTunes erhöht, sich kurz darauf jedoch dafür entschuldigt und einen Angestellten verantwortlich gemacht. Der Journalist Dan McDermott beschuldigte den Online-Videoanbieter Netflix, versucht zu haben, seine Profite zu maximieren, indem er den Film „Bodyguard“ aus dem Sortiment genommen hat. Ein Vertreter des Unternehmens gab jedoch an, das Studio habe den Film bereits vor Houstons Ableben aus dem Angebot gestrichen. McDermott hatte seine Anschuldigungen zurückgenommen, nachdem Netflix erklärt hatte, der Film sei auf ihrer Website nicht mehr verfügbar gewesen, weil die Lizenz im Jahr zuvor abgelaufen sei, und beteuerte, dies sei nicht auf Whitney Houstons Tod zurückzuführen.