Karl Lagerfeld als Kurator: Der Designer zeigt in Paris eine Fotoausstellung mit Arbeiten von sich, Avedon, Mapplethorpe und anderen

Der deutsche Modedesigner, Künstler und Fotograf Karl Lagerfeld
(Getty Images)

Karl Lagerfeld gilt in der öffentlichen Wahrnehmung vor allem als Modedesigner für Chanel, Fendi und sein eigenes Label. Dass er auch ein guter Fotograf ist, wird oft vergessen. Zur Fotografie kam er durch Zufall, als eines Tages dringend Pressefotos benötigt wurden und keiner außer ihm da war, der sie machen konnte. Inzwischen umfasst sein Portfolio Kampagnen für Chanel und Fendi, den Pirelli-Kalender 2011 und Auftragsarbeiten für Titel wie V und Vogue. Eine fünftägige Ausstellung mit dem Titel Karl Lagerfeld, die der Creative Director von Chanel selbst kuratiert und realisiert hat, eröffnet heute als Teil des Salon de la Photo Paris, es werden bis zu 80.000 Besucher erwartet.

 

 

Der Modezar zeig in der Ausstellung erstmals 30 noch nie gesehene Scharzweißfotografien, außerdem 30 Bilder von Henri Cartier-Bresson, Helmut Newton, Irving Penn, Robert Mapplethorpe und anderen, die er aus der Sammlung der Maison Européene de la Photographie ausgewählt hat (auch hier hatte Lagerfeld unlängst eine Ausstellung). Die Ausstellung widmet sich den Themenfeldern Musik, Mode und Film und zeigt u.a. Porträtaufnahmen einer verstört dreinschauenden Claudia Schiffer, einer ebenfalls überrascht wirkenden Clémence Poésy, die Schauspielerin trägt auf dem Kopf einen Federschmuck amerikanischer Ureinwohner sowie zwei Bilder von Jane Birkin. Das erste ist von Barbara Sieff und aus dem Jahr 1968, man sieht die 22-jährige Birkin mit Mod Bags, das zweite ist ein neueres Porträt der schon etwas älteren Schauspielerin, die lächelnd zur Seite schaut, aufgenommen von Lagerfeld selbst.

 

Auch wenn Lagerfeld in erster Linie ein Designer ist, kann er sich ein Leben in der Modebranche ohne Fotografie nicht vorstellen. „Die Fotografie ist zu einem Teil meines Lebens geworden“, erklärt er. „Ich kann das Leben ohne ihre Vision nicht sehen, meine Wahrnehmung der Modewelt ist wie durch eine Kameralinse. Dadurch erreiche ich die kritische Distanz, die für meine Arbeit nötig ist und das funktioniert besser als ich es je erwartet hätte.“

 

Vielleicht ist es seine distanzierte Perspektive auf Mode, die ihn so gut macht.

 

Die Highlights der Ausstellung „Karl Lagerfeld”, die noch bis 10. Oktober im Salon de la Photo zu sehen ist, finden Sie hier.

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